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Beispielhafte BNE-Projekte

JugendArbeit – zukünftig nachhaltig

„Jugendarbeit Zukünftig Nachhaltig“ entwickelte Bildungsmodule zur Verankerung von BNE in der Jugendverbandsarbeit. Ein Baustein leitete die Trainer und Trainerinnen der Jugendleiterschulungen an, Bildung für Nachhaltige Entwicklung in die Ausbildung der Jugendleiter und Jugendleiterinnen zu implementieren (Train the Trainer).

Nachhaltige Entwicklung wurde durch verschiedene Bildungsbausteine (Module) in der Kinder- und Jugendverbandsarbeit des Landesjugendrings verankert. Ein Modul richtete sich an die Verantwortlichen der Jugendverbände. Konzepte und Strategien der Nachhaltigen Entwicklung wurden vorgestellt, Möglichkeiten der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in der Jugendverbandsarbeit erörtert.

BNE wurde zu einem Bestandteil der Jugendleiterschulung (Juleica). Die Trainer und Trainerinnen der Juleica wurden durch ein BNE-Modul qualifiziert. Bereits im Projektzeitraum entwickelten sie erste BNE-Seminarbausteine für die Juleica-Schulung und setzten diese um. Durch die Akademie-Mobil wurden Vor-Ort-Seminare zu Nachhaltiger Entwicklung gehalten.

Projektart
Modul- und Qualifizierungsprojekt: „Entwicklung von BNE-Modulen und Qualifizierung von Multiplikatoren – „Train-the-Trainer“

Projektdauer
17 Monate

Nachhaltige Entwicklung wird als Interesse von zukünftigen Generationen gesehen. Insofern wurde durch die Verankerung Nachhaltiger Entwicklung auf allen Ebenen der Jugendverbandsarbeit die Vertretung der Interessen der Jugendlichen wahrgenommen. Zentrales Ziel war es die Mitglieder und teilnehmenden Jugendlichen für nachhaltigkeitsrelevante Themen zu sensibilisie-ren und ihnen Wege zu einer nachhaltigen Lebensgestaltung aufzuzeigen. Durch die Sensibilisierung der Jugendleiter und Jugendleiterinnen für nachhaltigkeitsrelevante Themen sollten diese Themen in die Breite getragen, auf Freizeiten, in Projekt- und Jugendgruppen zur Sprache gebracht werden.

Zielgruppen

  • Verantwortliche in den Jugendverbänden
  • Trainer und Trainerinnen für Juleica-Schulungen
  • Jugendleiter und -Leiterinnen
  • Jugendliche

„JugendArbeit – zukünftig nachhaltig“ gliederte sich in vier verschiedene Module:

Modul eins

Im ersten Seminarteil des Moduls setzten sich Verbandsverantwortliche mit Konzepten und Strategien der Nachhaltigen Entwicklung auseinander. Hier wurden auch Praxisbeispiele aufgezeigt und nach Möglichkeiten gesucht Nachhaltige Entwicklung in die eigene Verbandsarbeit zu integrieren.

Im zweite Seminarteil wurde den Teilnehmenden, in Form eines Öko-Audit, Werkzeuge zur Selbstüberprüfung an die Hand gegeben. In einer Ideenwerkstatt galt es, neue Handlungsansätze zu entwickeln. Der Erfahrungsaustausch spielte eine zentrale Rolle. 

Modul zwei

Das zweite Modul richtete sich als Train-the-Trainer Einheit an die Trainer und Trainerinnen der Juleica-Schulungen. Gemeinsam wurde nach Möglichkeiten gesucht, nachhaltigkeitsrelevante Themen in die Ausbildung von Jugendgruppenleiterinnen und -leitern einzubauen. Die Teilnehmenden entwickelten erste Kursbausteine. 

Modul drei

In einer Praxisphase wurden erste Juleica-Einheiten zusammengestellt und evaluiert. 

Modul vier

Um Personengruppen erreichen zu können, die nicht die Möglichkeit hatten zu einer der Schulungen zu kommen, bot die Akademiemobil Seminare zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen vor Ort an. Themen waren: Kritischer Konsum, Klimawandel und Globale Gerechtigkeit.

Die Materialien zu den Seminaren und Workshops wurden online zur Verfügung gestellt.

Veranstaltungsort

Multiplikatoren Schulung: Stuttgart 

Veranstaltung der Mobilen Akademie: Kehl, Nürtingen

Veranstaltungen der Multiplikatoren: Stuttgart, Mannheim, Sinzheim, Esslingen, Karlsruhe, Konstanz, Fichtenberg

Beispiel

„Immer schön FAIR bleiben“ hieß eine der Juleica-Einheiten, in der angehende Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter dazu angeregt wurden ihren Konsum zu reflektieren. Anhand verschiedener Beispiele wurden globale Zusammenhänge aufgezeigt. Die Durchführung der Einheit wurde evaluiert und reflektiert. Interessante Anstöße zur Erweiterung der Einheit waren die Formulierung einer Handlungsempfehlung oder einer persönlichen Zielsetzung als Ergebnis des Kurses.

„JugendArbeit – zukünftig nachhaltig“ erreichte mit den vier Modulen 131 Personen. An den Juleica-Schulungen nahmen 206 Jugendleiter und Jugendleiterinnen teil. Impulse auf die Verbände in der Jugendarbeit zeigten bereits Wirkung. Ein Jugendverband entwickelte ein Workcamp mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung. Da die Jugendleiterinnen und –leiter auch als Multiplikatoren fungierten war zu erwarten, dass es auch indirekte Wirkungen auf die Jugendlichen gab, die nicht erfasst wurden. 

Es wurden weitere Treffen zum Austausch von Erfahrungen und Methoden geplant.

„JugendArbeit – zukünftig nachhaltig“ knüpfte an verschiedenen Ebenen der Jugendverbände an. Nachhaltige Entwicklung wurde konzeptionell in den Verbänden, aber auch in der Ausbildung Juleica verankert. Durch die Ausbildung von Multiplikatoren konnten sehr viele Teilnehmende erreicht werden. 

Die erprobten Juleica-Einheiten geben Anregungen, wie Themen der Nachhaltigen Entwicklung mit Jugendgruppen erarbeitet werden können. Diese können auch mit Schulklassen durchgeführt werden. 

Die erprobten Juleica-Einheiten stehen als PDF zur Verfügung. Hier wird eine Übersicht gegeben über die Themen, die Ziele, die Zielgruppen, die Dauer, den Materialbedarf, die Raumsituation und eine Beschreibung des Ablaufes. Folgende Einheiten wurden erprobt: 

  • Nachhaltigkeit auf Internationalen Workcamps
  • Fairreisen
  • Warum tun wir eigentlich nichts?
  • Ökologischer Fußabdruck in aller Welt
  • Immer schön FAIR bleiben
  • Kritischer Konsum mit allen Sinnen
  • Mensch und Natur
  • Alles öko oder was?

Der Landesjugendring berät zu den Möglichkeiten, Themen Nachhaltiger Entwicklung in der Jugendarbeit zu verankern.

Kontakt
Gerlinde Röhm
E-Mail: roehm@remove-this.ljrbw.de
Homepage

Kooperationspartner

Der Landesjugendring Baden-Württemberg (LJR BW) sieht nachhaltige Entwicklung als relevantes Thema für die Jugendverbandarbeit. Er möchte sich der Herausforderung stellen, künftige Generationen und ihre Interessen zu vertreten, aber auch die eigenen Mitglieder für nachhaltigkeitsrelevante Themen zu sensibilisieren.

Als Fort- und Weiterbildungseinrichtung für Kinder und Jugendar-beit möchte die Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V. ehrenamtliche und hauptamtliche Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit durch Fort- und Weiterbildungen unterstützen. 

Weitere Unterstützung erfuhr das Projekt durch die BUNDjugend Baden-Württemberg e.V., den Bund der Deutschen Katholischen Jugend e.V., das Jugendrotkreuz Baden-Württemberg und die Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände in Baden-Württemberg.

Personalbedarf

Neben drei Hauptamtlichen aus dem LJR und der Akademie der Jugendarbeit, waren externe Referenten auf Honorarbasis mit dem Projekt betraut. Teilnehmer und Teilnehmerinnen der TTT-Einheiten waren bei den Juleica-Schulungen als Multiplikatoren tätig.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Mitgliederverbände wurden angeschrieben und das Projekt mit Flyern beworben. Mit einem Newsletter erfolgte auf der Vollversammlung des Landesjugendringes die Vorstellung von „JugendArbeit – zukünftig nachhaltig“. Ein Workshop des Landesjugendrings, machte das Projekt auf dem Kongress „Weltweitwissen“ des DEAB bekannt. Zusätzlich wurde das Projekt auf den Homepages des Landesjugendrings und der Akademie der Weiterbildung sowie auf Facebook beworben. 

Nützliche Tipps

Bei der Reflektion der Juleica-Schulungen identifizierten die Trainer und Trainerinnen folgende Erfolgsfaktoren für Projekte mit Jugendlichen:

  1. Mit Spaß vermitteln
  2. Vorleben animiert
  3. Folgeaktionen zu den Seminaren (z.B. Postkartenaktion mit Selbstverpflichtungen)
  4. Stärkung der emotionalen Ebene „gemeinsam sind wir stärker und bewirken mehr“
  5. Ausdauer

Landesjugendring Baden-Württemberg e.V.
Siemensstraße 11
70469 Stuttgart
Ansprechpartnerin: Gerlinde Röhm
Tel. 0711 16447-13
E-Mail: roehm@remove-this.ljrbw.de
Web: http://www.ljrbw.de/nachhaltige-entwicklung.html