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Beispielhafte BNE-Projekte

„KLiK“ – Klimafreundlich – konkret im Alltag CO2 einsparen. Das Klimaexperiment im Rems-Murr-Kreis

Im Rems-Murr-Kreis wurden an 10 Orten 100 Haushalte gesucht, die sich ein Jahr aktiv um die Reduktion des privaten CO2-Verbrauches bemühten.

Mit fachlicher Unterstützung, suchten sie in ihrem Alltag nach Strategien zum Einsparen von Energie und probierten diese ein Jahr lang aus. In regelmäßigen Gruppentreffen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Begleitend fanden Vortragsreihen, Aktionen und Exkursionen zu den Themen Strom, Wohnen, Konsum, Ernährung und Mobilität statt. Hier konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Tipps und Anregungen holen und verschiedene Fertigkeiten für neue Handlungsweisen aneignen.

Projektart
Sensibilisierungs- und Aktionsprojekt: „Reduktion des CO2-Ausstoßes durch Verhaltensänderungen im alltäglichen Umgang mit Ressourcen, Mobilität, Konsum oder durch die Anschaffung energiesparender Geräte.“

Projektdauer
14 Monate

Die 100 Haushalte setzten sich die Verbesserung ihrer CO2-Billanz zum Ziel. Neben konkreten Einsparungen, sollten möglichst viele Menschen zum Nachahmen angeregt werden. Vorhandene Initiativen im Rems-Murr-Kreis, sollten vernetzt werden. 

Zielgruppen

  • Privathaushalte
  • Erwachsene
  • Kinder und Jugendliche

Zur inhaltlichen und organisatorischen Planung und Koordination bildete sich eine Netzwerkgruppe. Neben der Gewinnung von Sponsoren wurden verschiedene lokale Akteure akquiriert, die sich aktiv an den Veranstaltungen beteiligten. Mentorinnen und Mentoren wurden geschult. Durch Pressearbeit, Flyer und persönliche Ansprache wurden die 100 interessierten Haushalte gewonnen. Bei der Auftaktveranstaltung erfolgte die Vorstellung des Gesamtprojekts. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich an verschiedenen Ständen zu den Themen Strom, Wohnen, Konsum, Ernährung und Mobilität informieren und beraten lassen. 

Die teilnehmenden Haushalte erstellten mit Hilfe von den Mentoren und Mentorinnen ihre persönliche CO2-Bilanz und setzten sich Ziele für das Projektjahr. Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes konnten Verhaltensänderungen im alltäglichen Umgang mit den Ressourcen, der Mobilität, dem Konsumverhalten oder die Anschaffung energiesparender Geräte sein. Unterstützung erhielten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch den fachlichen Input der Mentoren und Mentorinnen bei den regelmäßigen Gruppentreffen. Wichtig und motivierend war insbesondere auch der Erfahrungsaustausch untereinander und das gemeinsame Ausprobieren (z.B. Kochen, Biokiste, E-Bike, Messgeräte, Upcycling,…). 

Dabei stand jeweils zwei Monate lang eines der folgenden Themen im Mittelpunkt: Strom, Wohnen, Konsum, Ernährung und Mobilität. 

Ergänzend gab es Vortragsreihen, Filmvorführungen, Aktionen und Exkursionen, die für alle interessierten Bürger und Bürgerinnen geöffnet waren. In einem Halbzeitfest mit Workshops, Diskussionsrunden, bunten Spielen, Musik und einem vegetarisches Buffet wurde eine Zwischenbilanz gezogen und erlebt, wie viel Spaß Klimaschutz machen kann.

Die Erfahrungen aus dem Projekt wurden an der Abschlussveranstaltung präsentiert. Fachliche Informationen, die Übergabe der Urkunden und ein unterhaltsames Rahmenprogramm, ergänzten diese Erfahrungen zu einem „Ideen-Feuerwerk zum praktischen Klimaschutz“.

Veranstaltungsorte

Rems-Murr-Kreis: Aspach, Backnang, Fellbach, Murrhardt, Schorndorf, Weinstadt, Weissach i.T., Welzheim, Winnenden, Winterbach.

Privathaushalte, Einkaufsläden, Märkte, Messen, Schwimmbad, Stände bei Festen, Stadthallen, Kultureinrichtungen

Energieexperimente teilnehmender Haushalte – Beispiele

  • Eine Hausgemeinschaft ersetzte ihren Trockner durch eine große Wäscheleine im Hof. 
  • Der Verzehr von exotischen Früchten, Wurst und Fleisch wurde eingeschränkt und mit der Biokiste neue regionale, saisonale Produkte entdeckt.
  • Das Konsumverhalten änderte sich bei einigen, insbesondere beim Kauf von Kleidung: lokale Anbieter von fairer Kleidung, Second-Hand-Läden, Organisation einer Kleidertausch-Party.

125 Haushalte haben sich beim Projektstart zur aktiven Teilnahme angemeldet. 99 davon blieben ein Jahr lang am Ball. Aus der Evaluation des Projektes geht hervor, dass die meisten Haushalte 2-3-Personenhaushalte waren, jüngere Alleinlebende also kaum erreicht wurden. Die meisten Haushalte waren bereits vor dem Projekt hinsichtlich des CO2-Verbrauchs sensibilisiert. Die CO2-Einsparungen lagen mit bis zu 2 t CO2 dennoch über denen des Bundesdurchschnittes im selben Jahr. In einzelnen Haushalten wurde der CO2-Verbrauch um bis zu 30% gesenkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschrieben Verhaltensänderungen im Alltagshandeln, über 40% ordneten diese als spürbar bis deutlich ein. Die Handlungsmöglichkeiten, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entwickelt und erprobt wurden, waren sehr vielfältig. Mit ca. 35 Artikeln in verschiedenen Zeitungen, die über KliK berichteten, konnte eine große Anzahl an Leserinnen und Lesern erreicht werden. Durch das Projekt entstand ein Netzwerk aus engagierten Gruppen und Einzelpersonen, das eine Zusammenarbeit über das Projekt hinaus erleichtert. Aus den einzelnen Gruppen haben sich teilweise neue eigene Projekte vor Ort entwickelt.

Die Beteiligten erlebten, dass sie mit ihren eigenen, alltäglichen Handlungsweisen, Einfluss auf den CO -Ausstoß nehmen können. Durch den Austausch mit anderen Projektmitgliedern konnten sie wahrnehmen, dass sie im Einsatz für den Klimaschutz Mitstreiter haben. Dadurch konnten sie ein Gemeinschaftsgefühl bei der Übernahme von Verantwortung entwickeln.

Die Handlungsmöglichkeiten, die sie in ihrem Alltag kennenlernten, ausprobierten und auch selbst mitentwickelten, waren sehr vielfältig. Das Projekt nahm Einfluss auf das Alltagshandeln, welches durch Gewohnheiten bestimmt wird. Im Umgang mit den Ressourcen konnten sich durch das lange Dranbleiben über ein Jahr neue, nachhaltige Gewohnheiten etablieren.  

Klik wurde in abgewandeltem Format fortgesetzt. Innerhalb eines Jahres wurden 100 Aktionen durchgeführt, die sich an Privat-haushalte, aber auch an Schulen richteten und die Einsparung von insgesamt 100.000 kg CO2 zum Ziel hatten. Filme, Kurse, Schulprojekte, Repaircafés und andere Aktionen, gaben Anstöße zur Einsparung von CO2.

Erfahrungen und Anregungen der Klik-Projektteilnehmerinnen und Teilnehmer flossen in das Klimasparbuch Rems-Murr 2015 / Oekom-Verlag ein.

Zu den fünf Themenfelder des Projekts sind Arbeitsunterlagen wie Checklisten, Sammlungen von Einsparmaßnahmen und der-gleichen entstanden.

Die Strommessgeräte, die für das Projekt angeschafft wurden, können entliehen werden.

Auf der Homepage finden sich Informationen zum Thema Klimaschutz, CO2-Verbrauch, den einzelnen Aktionen des Projekts und den fünf Themenfeldern, dem Nachfolgeprojekt, sowie die aktuellen Termine.

Die Energieagentur Rems-Murr gGmbH bietet Beratungen an für Personen, Gruppen und Organisationen, die ein ähnliches Vorhaben planen.

 

Kontakt
info@remove-this.klik-co2.de
Die entstandenen Arbeitsunterlagen können auf der Homepage des Projekts heruntergeladen werden.
Die Leihstellen für Strommessgeräte mit Öffnungszeiten befinden sich ebenfalls auf der Homepage.
Deutschlandweit werden Strom-Messgeräte von vielen Ortsbüchereien verliehen.

Kooperationspartner

Die Projektleitung lag bei der Energieagentur Rems-Murr gGmbH. Deren Aufgabe ist es, den Kreis in Bezug auf Klimaschutz und Energieversorgung zukunftsfähig zu machen Mit diesem Projekt wurde der Blick vom Energieverbrauch für Strom und Heizung in Gebäuden geweitet auf alle Energieverbraucher in unserem Alltag, allem voran den Konsum, aber ebenso Ernährung und Mobilität.

Angestoßen und mitgetragen vom kreisweiten Solarverein Rems-Murr, wurde das Projekt durch ehrenamtliche Helfer aus Bürgerenergiegenossenschaften, Kirchengemeinden und Umweltschutzverbänden unterstützt: 

  • BUND Ortsgruppe Weinstadt 
  • Energiegenossenschaft Murrhardt
  • Förderverein Erneuerbare Energien in Winterbach e.V.
  • Kirchengemeinde von Winnenden, Welzheim, Weinstadt- Beutelsbach und Schondorf
  • Stadtwerke Backnang
  • Solarverein Rems-Murr e.V.

Personalbedarf

Die Projektleitung nahm 8-12 Wochenstunden über die gesamte Projektlaufzeit in Anspruch, zeitweise deutlich mehr. Sie wurde von einer Mitarbeiterin mit 3-4 Wochenstunden unterstützt. Hinzu kamen ehrenamtliche Tätigkeiten der Netzwerkgruppe von 5 Personen mit 2-4 Wochenstunden. Auch die 16 Mentoren und Mentorinnen leisteten ihren Beitrag von ca. 90 Stunden ehrenamtlich. Weitere Tätigkeiten wurden durch Honorarkräfte und engagierte Ehrenamtliche geleistet. Lokale Akteure wirkten bei den Begleitveranstaltungen, aber auch bei den Gruppentreffen mit. Sie brachten fachlichen Input ein und führten Aktionen durch.

Öffentlichkeitsarbeit

Ein zentraler Baustein des Projekts war die Öffentlichkeitsarbeit. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Presse, die das Projekt mit zahlreichen Publikationen begleitete, konnte der Vorbildcharakter der 100 Haushalte hervorgehoben werden. Viel berichtet wurde über die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Die einzelnen Haushalte erzählten von ihren „Klimaexperimenten“, von Hindernissen und Erfolgen und regten damit zum Nachahmen an. Durch die Berichte wurde ein großer Personenkreis mit Informationen zum Klimaschutz erreicht. 

Zusätzlich zur Pressarbeit wurde das Projekt durch zentrale, öffentliche Informationsveranstaltungen, Vorträge und Aktionen mit Handlungsangeboten, sowie einer Homepage bekannt gemacht. Alle Materialien wurden einheitlich gestaltet und mit dem Logo versehen. Durch diese Erkennungsmerkmale wurde aus den einzelnen auf den Kreis verteilten Gruppen und den so verschiedenartigen Veranstaltungen eine Einheit, ein großes Projekt, das eine gewisse Bekanntheit erreichte.

Nützliche Tipps

  • Das Gemeinschaftsgefühl war in den Gruppen intensiver, in denen jemand aus der Netzwerkgruppe, die das Projekt gemeinsam konzipierte, dabei war.
  • Gemeinsame Aktionen waren wichtig.
  • Bei den Themen Heizung und Mobilität sind kurzfristige Änderungen eher schwierig und die Ausgangssituationen individuell sehr verschieden. 
  • Es ist wichtig, die Dauer des Projektes von vornherein festzulegen. Ein Jahr ist dafür schon sehr lange.

Einsatz des CO2-Rechners

Der CO2-Rechner bezieht alle Bereiche des Lebens ein und zeigt den CO2-Verbrauch absolut an. So ließen sich auch die Einsparungen, die in den jeweiligen Haushalten durch Verhaltensänderungen getätigt wurden, in Zahlen nachvollziehen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren erstaunt über ihren CO2-Vebrauch für Konsum, Ernährung und Reisen, aber auch über die heimlichen Stromfresser, die durch Messungen entlarvt wurden.

Energieagentur Rems-Murr gGmbH
Barbara Ludwig 
Gewerbestraße 11
71332 Waiblingen
Tel.: 07151 975 173-0
E-Mail: info@remove-this.klik-co2.de
Web: http://www.klik-co2.de