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Beispielhafte BNE-Projekte

Ö-E-N-Mentoren/-innen

In Filderstadt wurden elf Männer und Frauen mit Migrationshintergrund zu Mentoren und Mentorinnen ausgebildet, um anschließend Haushalte in ihrer Muttersprache oder auf Deutsch zu beraten.

Im Zentrum der Beratung standen Themen des alltäglichen Lebens wie das Konsumverhalten, die Mobilität, sowie der Umgang mit Müll, Strom, Wasser und Heizenergie. 

Projektart
Ausbildungs- und Sensibilisierungsprojekt: Qualifizierung von BNE-Multiplikatoren für Migranten und Migrantinnen.

Projektdauer
12 Monate

Ziel war es, Menschen mit Migrationshintergrund für Themen der Nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren. Durch niederschwellige Mund-zu-Mund-Kommunikation in der Muttersprache sollten möglichst viele Familien mit Migrationshintergrund erreicht werden. Die Auseinandersetzung mit den Themen der Nachhaltigen Entwicklung regte Menschen mit Migrationshintergrunde an, aktiv und intensiv an den großen Zukunftsthemen teilzuhaben.

Zielgruppen

  • Multiplikatoren
  • Erwachsene
  • Migrantinnen und Migranten

Das Projekt „Ö-E-N-Mentoren/-innen von Migranten für MigrantInnen“ wurde durch Flyer, Pressearbeit und im Internet bekannt gemacht. Elf Mentoren und Mentorinnen fanden sich bereit, mit zu machen. Diese wurden mit dem Projekt und mit Grundlagen der Gesprächsführung vertraut gemacht. Die Ausbildung bestand aus sieben Einheiten. Für jede dieser Einheiten fanden sich Kooperationspartner, die im jeweiligen Feld aktiv sind. Die Schulungseinheiten wurden in enger Abstimmung mit den Kooperationspartnern geplant und durchgeführt. Monatlich fand eine Schulung statt.

Die sieben Themen waren:

  1. Abfallberatung
  2. Nachhaltiger Konsum
  3. Sparsamer Stromverbrauch
  4. Ökologischer Anbau und saisonale Ernährung
  5. Umweltbewusste Mobilität
  6. Sparsamer Wasserverbrauch
  7. Optimales Heizen und Lüften / Schimmelvermeidung

Die Ausbildung schloss durch einen Workshop und eine Prüfung ab. Im Workshop wurde Gelerntes wiederholt, Erlebtes reflektiert und mit den anderen Mentoren und Mentorinnen ausgetauscht. Die Übergabe der Zertifikate erfolgte am Abschlusstag. An diesem Tag wurde das Projekt mittels Film und Plakaten den Bürgerinnen und Bürgern auf dem Wochenmarkt und im INTEGRA-Zentrum am Tag der Offenen Tür vorgestellt. Am Abend erfolgte eine Abschlussfeier mit der Übergabe der Zertifikate, Vorstellung der Kooperationspartner und musikalischer und kulinarischer Umrahmung.

Erste Besuche von Migrantenhaushalten fanden ab dem ersten Modul der Ausbildung statt. Die Mentoren und Mentorinnen berieten ein bis zwei Haushalte pro Monat. Kontakte zu den Familien waren bereits durch vorangegangene Projekte von INTEGRA vorhanden. Durch einen engen Austausch mit der Projektleitung und den Kooperationspartnern, konnten aufkommende Fragen schnell geklärt werden. 

Veranstaltungsorte

Filderstadt Esslingen

  • INTEGRA-Zentrum
  • Müllabfuhrstelle Stetten
  • Weltladen in Bernhausen
  • Messe FAIR HANDELN
  • Bioland Gemüsehof Hörz
  • Nachhaltigkeitstage in Fellbach
  • Rundgang durch Filderstadt
  • Wasserwerk in Neckartailfingen

Alle elf Mentorinnen und Mentoren konnten die Ausbildung erfolgreich abschließen. In 170 Beratungsgesprächen wurden 80 Familien erreicht. Die Beratungen wurden auch nach Projektende fortgesetzt. 

Durch die Öffentlichkeitsarbeit nahmen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Filderstadt das Projekt wahr.

Mit dem Projekt entstand das Netzwerk Ökologie-Energie-Nachhaltigkeit, an dem auch viele Menschen mit Migrationshintergrund teilhaben. Die Mentoren und Mentorinnen, sowie die in diesem Projekt gewonnen Kooperationspartner engagierten sich in dem Folgeprojekt „PANORAMA“. 

Das Projekt zeigt mit Mund-zu-Mund-Kommunikation in Muttersprache eine interessante Möglichkeit auf, die bislang vernachlässigte Zielgruppe, Familien mit Migrationshintergrund, zu erreichen.

„Ö-E-N-Mentoren/-innen von Migranten für MigrantInnen“ wurde mit dem "Climate Star Award 2016" ausgezeichnet.

Das Nachfolgeprojekt PANORAMA, behandelte in 20 Einzelveranstaltungen Themen der Nachhaltigen Entwicklung. Die Mentorinnen und Mentoren begleiteten die Veranstaltungsreihe. Sie übernahmen die Organisation einzelner Veranstaltungen und vermittelten die jeweiligen Inhalte in verschiedenen Sprachen.

Im März 2017 läuft das Projekt "ÖkoKids" an. Dieses Projekt führt die mit ÖEN und PANORAMA begonnene Reihe integrativer ökologischer Projekte von INTEGRA Filder e.V. fort.

Zum Nachfolgeprojekt PANORAMA

Zur Website INTEGRA

Auf der Homepage finden sich Berichte und Artikel zum Projekt und den Workshops. In der Filmdokumentation „ÖEN. Ökologie- Energie – Nachhaltigkeit“ berichten die Mentoren und Mentorinnen über das Projekt. Die Projektpartner und –Partnerinnen stellen die Workshops vor und beschreiben zentrale Inhalte und Ziele. Die Projektbeteiligten schildern vielfältige Erfahrungen und Eindrücke.

Kooperationspartner

INTEGRA ist ein Bildungs- und Beratungszentrum für Menschen mit Migrationshintergrund und versteht sich als ein Ort, an dem Partizipation gelebt wird. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von INTEGRA ist die Ausbildung von Menschen mit Migrationshintergrund zu Multiplikatoren. Die Themen und Aktivitäten, die im Zentrum bearbeitet werden sind dabei so vielfältig, wie die Menschen, die sich bei INTEGRA engagieren und diese Themen einbringen.

Neben dem Umweltschutzreferat der Stadt Filderstadt, wurde zu jedem der sieben Themen ein Kooperationspartner hinzugezogen.

  1. Abfallberatung: Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen 
  2. Nachhaltiger Konsum: Faires Filderstadt
  3. Sparsamer Stromverbrauch: Energieagentur Landkreis Esslingen gGmbH 
  4. Saisonale Ernährung und ökologischer Anbau: Bioland Gemüsehof Hörz 
  5. Umweltbewusste Mobilität: Verkehrsclub Deutschland e.V.
  6. Sparsamer Wasserverbrauch: Regiosol Solartechnik
  7. Optimales Heizen und Lüften/Schimmelvermeidung: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

Räumliche Planung

Einige der Schulungen fanden in den Räumen des INTEGRA-Zentrums statt. Für andere Themen waren die Mentoren und Mentorinnen zu Besichtigungen bei den Projektpartnern vor Ort. So zum Beispiel bei den Wasserwerken, der Müllabfuhrstelle, dem Weltladen und dem Bauernhof. Zum Thema Mobilität gab es einen Stadtrundgang. 

Personalbedarf

Die Koordination und Leitung des Projekts nahm ca. 880 Stunden in Anspruch. Zusätzlich leistete eine Person mit 66 Stunden Verwaltungsarbeiten. Für die Schulungen und den Abschlussworkshop wurden externe Referenten und Referentinnen engagiert. 

Zeitliche Planung

Die Schulungen fanden einmal monatlich statt. Bereits nach der ersten Schulung wurden die ersten Haushalte besucht. Die Besuche der Haushalte wurden nach dem Projekt fortgesetzt.

Vorbereitungen

Die Planung der Themen und die Absprache mit den Partnern, die die Schulungen zu den Themen umsetzten, gingen dem Projektstart voraus. 

Öffentlichkeitsarbeit

Das Projekt wurde beim Forum Interkulturelles Miteinander und bei den N!-Tagen in Fellbach vorgestellt, ebenso durch einen Info-Stand auf dem Markt in Filderstadt. Die lokale Presse informierte mit mehreren Artikeln über den Projektverlauf. Auf der Homepage von INTEGRA e.V., wurde über das Projekt berichtet. Zu öffentlichen Veranstaltungen, wie der Auftakt- und der Abschluss Veranstaltung, wurde über die lokale Presse und Facebook eingeladen. In einem Film, der am Abschlusstag vorgeführt wurde, kamen die Beteiligten zu Wort.

INTEGRA Stuttgart e.V.
Mehmet Havlaci
Schulstr. 3
70794 Filderstadt
Tel.: 0711 79478238 
E-Mail: info@remove-this.integra-bildung.de
Web: http://integra-bildung.de/